Entgegen des hartnäckigen Vorurteils fallen die Benzinpreise trotz des Ferienstarts in zahlreichen Bundesländern.

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Seit Höchstständen des Frühjahrs 2012 sind die Benzinpreise teilweise um mehr als 18 Cent gefallen

 

 

Die aktuelle Entwicklung belegt eindeutig, dass der Preis an der Tankstelle nur einem Mechanismus folgt: der Entwicklung von Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt“, erklärt Dr. Klaus Picard, Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) in einer Pressemitteilung. Es wäre Zeit, mit dem gängigen Vorurteil aufzuräumen, dass der Rohölpreis und die Beschaffungskosten für Benzin zwangsläufig parallel verlaufen, mahnt der Verbandsvorsitzende. Vielmehr handele es sich um zwei getrennte Märkte, die eigenen Impulsen von Angebot und Nachfrage unterlägen.

 

Bestimmend für den Benzinpreis an der Tankstelle ist nicht der Rohölpreis, es sind die Beschaffungskosten für Benzin und das sind Weltmarktpreise. Als Wirtschaftsunternehmen muss jede Raffinerie versuchen, Weltmarktpreise zu realisieren. Nur so können sie im harten Wettbewerb bestehen. Wenn die technisch bedingt starre Produktion der Raffinerien auf eine starke Nachfrage trifft, können sich die Beschaffungskosten für Benzin von den Rohölpreisen abkoppeln. „Als Ergebnis aus der aktuellen Entwicklung erhöht sich zwar das Ergebnis der Raffinerien aus dem Benzinverkauf, die Normalisierung bei den Margen ist aber nicht nachhaltig genug, um die angespannte wirtschaftliche Situation der Raffinerien in Deutschland und Europa zu entschärfen. Denn in der üblichen nachfrageschwachen Zeit von November bis Februar wird das Endprodukt Benzin häufig unter den Einkaufskosten für das Ausgangsprodukt Rohöl verkauft. In diesen Phasen rutschen die Raffinerien regelmäßig in zum Teil tiefrote Zahlen.

 

In einem von Weltmarktpreisen bestimmten Markt können Raffinerien nur überleben, wenn Verlustphasen durch ertragsstarke Phasen ausgeglichen werden. Diese wirtschaftlichen Fakten zu negieren, können sich vielleicht bestimmte Interessensgruppen erlauben. Wirtschaftsunternehmen wie Raffinerien müssen jedoch wirtschaftlich arbeiten. Die aktuelle Situation ist keine Entwarnung für die wirtschaftlich schwierige Situation der Raffinerien. Das belegen nicht zuletzt die zahlreichen Raffinerieschließungen“, erläutert MWV Hauptgeschäftsführer Picard.

 

Seit Mitte der 80er Jahre verzeichnet die Branche europaweit ein Raffineriesterben. Von einst 162 Raffinerien im Jahr 1995 existierten im vergangenen Jahr noch 99 Produktionsstandorte. Von diesen Raffinerien stehen weitere still oder zum Verkauf (Quelle: MWV).

 

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