Vierte Auflage der Aral Studie ‚Trends beim Autokauf‘ – 18 Prozent planen neues Auto: Kauflust der Autofahrer seit 1999 fast halbiert

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Volkswagen der Gewinner in der Krise – Audi, BMW und Opel verlieren in der Käufergunst – Elektroauto droht ein Nischen-Dasein

 

Aral DiamantEin gesättigter Markt, die Wirtschaftskrise und das Auslaufen der Abwrackprämie: Die Liste der Gründe, die für viele Autofahrer aktuell gegen einen Autokauf sprechen, ist lang. Entsprechend wollen sich nur noch 18 Prozent der Befragten in den nächsten 18 Monaten einen Neu- oder Gebrauchtwagen zulegen. Vor zehn Jahren dachten noch 34 Prozent ernsthaft über einen Autokauf nach. Das ist ein zentrales Ergebnis der heute vorgelegten Aral Studie ‚Trends beim Autokauf 2009‘. Zum vierten Mal hat Aral in einer repräsentativen Umfrage das Kaufverhalten der deutschen Autofahrer untersucht.

 

Die Ergebnisse zeigen, dass die Automobil-Industrie die Krise noch nicht überwunden hat, wobei durchaus nicht alle Marken gleichermaßen betroffen sind. Die Befragung belegt auch, dass sich der tief greifende Wandel bei der Bezahlung von Autos fortsetzt und das Elektroauto seinen Status als Hoffnungsträger der Automobil-Industrie verlieren könnte.

 

Die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Aral Studie im Überblick:

 


Kaufneigung

Kein Licht am Ende des Tunnels: In den kommenden 18 Monaten ist nicht mit einer Belebung des Kaufinteresses zu rechnen. Seit der Erstauflage der Studie im Jahr 2003 hat sich die Kaufneigung sogar kontinuierlich verringert. Vor sechs Jahren hatten 24 Prozent der Befragten noch Kaufpläne – inzwischen sind es nur noch 18 Prozent. Noch drastischer ist der Unterschied im Zehn-Jahres-Vergleich: Im Jahr 1999 wollte sich noch jeder dritte Autofahrer ein anderes Gefährt zulegen. Gründe für die schwindende Kauflust sind das Auslaufen der Abwrackprämie und die längere Haltedauer. Viele Autofahrer haben die staatliche Unterstützung eingestrichen und einen ohnehin geplanten Autokauf nur vorgezogen. Darüber hinaus trennen sich die Halter immer später von ihren Autos.

 

 

Markenwahl

Im Vergleich zu anderen Marken kann Volkswagen zuversichtlich den nächsten 18 Monaten entgegen gehen. Der Wolfsburger Konzern verteidigte bei den potenziellen Käufern nicht nur seine Führungsrolle, sondern baute den Vorsprung auf die Konkurrenz sogar noch aus. 22 Prozent der Befragten und damit 2 Prozentpunkte mehr als 2007 wollen beim nächsten Autokauf zu einem Modell von VW greifen. Auf den Branchenprimus folgt – mit großem Abstand – ein breites Mittelfeld. Jeweils 8 Prozent der Studienteilnehmer haben ein Auto von Opel oder Mercedes-Benz auf dem Einkaufszettel. Während Mercedes-Benz damit ein leichtes Plus beim Kaufinteresse verbucht, bedeuten 8 Prozent für Opel einen Rückgang von 2 Prozentpunkten. Unter den deutschen Herstellern verzeichnen auch Audi und BMW ein sinkendes Kaufinteresse. Gegenüber 2007 sank die Kaufneigung für die Marke aus Ingolstadt von 9 auf 6 Prozent, bei BMW von 8 auf 6 Prozent. Dagegen kann Ford ein leichtes Plus um einen Prozentpunkt auf 6 Prozent verbuchen.

 

 

(Grafik: Copyright Aral AG)

 

Elektroauto

Im Rahmen der Studie wurde erstmals ein Meinungsbild zum Elektroauto erhoben. Derzeit wird der Batterieantrieb von der Automobil-Industrie als Hoffnungsträger gehandelt, doch dem Elektroauto droht ein klassischer Fehlstart und unter Umständen sogar ein längerfristiges Nischendasein: Die Studie belegt eindeutig, dass potenzielle Käufer keinerlei Einschränkungen bei der Alltagstauglichkeit akzeptieren. Die Anschaffung eines Elektroautos können sich nur 36 Prozent der Befragten vorstellen. 77 Prozent wollen nur einen kleinen Aufpreis (bis 2.000 Euro) im Vergleich zu konventionellen Antrieben zahlen. Gegen einen raschen Durchbruch der neuen Technologie sprechen auch die Ansprüche an die Mindestreichweite: Für fast drei Viertel der Kaufinteressenten sind 300 Kilometer oder mehr pro Ladevorgang eine Mindestvoraussetzung. Somit droht dem Elektroauto ein ähnliches Schicksal wie Erdgasfahrzeugen: Ihr Potenzial zur Vermeidung von Emissionen ist ebenfalls unbestritten, doch Einbußen bei der Reichweite und ein dünnes Tankstellennetz haben den Durchbruch von Erdgasautos bislang verhindert.

 

 

Finanzierung

Beim Autokauf sind Barzahler inzwischen eine bedrohte Spezies. Vor sechs Jahren wollten noch knapp zwei Drittel der Befragten ihr neues Auto direkt bezahlen. Dieser Anteil hat sich auf 32 Prozent halbiert. Von dieser Entwicklung profitieren vor allem Finanzierungsangebote. Der Anteil der Finanzierungen stieg nahezu um das Fünffache von 11 Prozent im Jahr 2003 auf aktuell 52 Prozent. Auf Talfahrt befinden sich Leasingangebote: Vom Höchstwert aus der Erhebung im Jahr 2005 fiel der Anteil von 17 auf nun 6 Prozent.

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